Gerade in letzter Zeit war es nicht immer einfach zu glauben, daß das Internationale Congress Centrum Berlin noch weitere 30 Jahre stehen würde. Um es mal ganz vorsichtig auszudrücken: das ICC hat nicht nur Freunde. Manche öffentliche Stimme forderte zuletzt sogar offen den Abriß des Gebäudes, darunter der Berliner Finanzsenator Dr. Ulrich Nußbaum, und auch die Industrie- und Handelskammer zu Berlin unterstützte öffentlich die Forderung nach einen Abriß und Neubau des ICC Berlin.
Zum Glück regiert in Berlin neben dem Geld aber auch noch der Berliner Senat, und der hatte nach viel Hin und Her letztendlich im Mai 2008 beschlossen, das 1979 eröffnete Kongresszentrum bei laufendem Betrieb zu sanieren und teilweise umzubauen. Doch auch dieser demokratische Beschluß scheint für Finanzsenator Dr. Ulrich Nußbaum keine Hindernis zu sein: er möchte sich nun doch wenigstens die Hintertür für einen Abriß und Neubau offen halten, sollten die Kosten für die Sanierung "explodieren".
Doch worüber wird hier eigentlich diskutiert? Was ist unter Nußbaums befürchteter "Kostenexplosion" zu verstehen? Zur Zeit gehen Schätzungen von Sanierungskosten i.H.v. 250 Millionen Euro aus - ein Betrag, der in Berlin schnell mal verbaut wird, und den ich daher als nicht so "explosiv" betrachten würde, selbst wenn er auf 300 Millionen Euro anwachsen würde. Zum Vergleich: die U-Bahnlinie U55, auch bekannt als Kanzler-U-Bahn, hat mit ihren 3 Stationen satte 320 Millionen Euro verschungen - ein Neubau des Stadtschlosses - Verzeihung: "Humbold Forums" - dürfte wenigstens doppelt so teuer werden.
Wie auch immer - ich halte diese Debatte ums Finanzielle bestenfalls sowieso für Augenwischerei und eine Beleidigung für die "Grand Madame" unter den Kongresszentren. Das ICC wurde ja nun auch nicht in erster Linie erbaut, weil Aluminium in den 70er Jahren so preiswert gewesen wäre - oder weil man sich vom damals größten Kongresszentrum der Welt einen besonders hohen Return-on-Investment-Faktor erhofft hätte, sondern weil man es zu seiner Zeit als zeitgemäßes Bauwerk erachtete. Und als dieses sollte es auch in Zukunft betrachtet werden: das ICC Berlin ist und bleibt ein Stück Deutscher Architekturgeschichte, ein Zeitdokument West-Berliner Kulturgeschichte, gelebtes Design, ein 'Klassiker'.
Anläßlich des Jubiläums zeigt das Heimatmuseum Charlottenburg eine kleine Ausstellung mit einigen beeindruckenden Exponaten - vornehmlich Fotos, aber auch einige Modell: "Mit den Fotos von Mila Hacke führt die Ausstellung vor Augen, warum dieses Bauwerk als eines der bedeutendsten der deutschen Nachkriegszeit gilt" Sehenswert für alle Fans des ICC Berlin - und solche, die es vielleicht noch werden wollen..:]
Das Heimatmuseum Charlottenburg befindet sich in der Schloßstrasse 69, 14059 Berlin.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 10-17 Uhr, Sonntag 11-17 Uhr
Eintritt FREI
Siehe auch:
www.icc-berlin.de
www.heimatmuseum-charlottenburg.de
www.tagesspiegel.de/berlin/ICC-Ulrich-Nussbaum;art270,2923976

Die Ausstellung "Kampf der Dinge" ist seit letztem Monat nicht mehr zu sehen, das Museum ist am neuen Stanndort angekommen - und es wird Zeit für die erste 'richtige' Ausstellung: unter dem Titel "Mobilien - 1000 Möbel auf 80 qm" zeigt das Museum ab dem 04. Juli 2008 eine Raum-Installation der Berliner Künstlerin Carolina Kecskemethy und setzt sich mit dem Möbel als Museumsobjekt auseinander, jenseits der sonst üblichen Kategorisierungen, Zuordnungen, Zuschreibungen an einen Entwerfer und/oder einen stilistischen Zusammenhang - jenseits der üblichen 'Schubladen'.
Macht ja fast gar nix - Berlin hat erfahrungsgemäß eine ziemlich dicke Haut, und es gibt ja zum Glück noch genug andere kreative Köpfe in der Stadt - und so kann man sich in Berlin auch in diesem Mai Design ansehen. Die ehemalige Design- Nachwuchs- Ausstellung "DMY" entwickelt sich mittlerweile zu dem Berliner Designfestival im Monat Mai. Das Kürzel "DMY" steht inzwischen allerdings nicht mehr für "Design Mai Youngsters", sondern für "Daily Monthly Yearly" - ein Hinweis darauf, das "DMY" in Zukunft mehr als 'nur' ein alljährlich in Berlin stattfindendes Design-Festival sein wird…
"Der April steht im Zeichen Finnlands und seiner Hauptstadtregion" - so kurz und knackig formuliert es Klaus Wowereit, Regierender Bürgermeister von Berlin auf der Homepage des Finnischen Kulturfestivals "Helsinkissberlin". 
..wolltest Du nicht schon immer mal einen Design-Spaziergang durch Berlin-Mitte machen..? diesen Samstag (24.November, 16Uhr-20Uhr) könnte eine besonders gute Gelegenheit sein: fünfzig Läden, Ateliers, Ausstellungs- und Schauräume beteiligen sich am 'Berlin Design Rundgang' und öffnen Ihre Türen für den Design-interessierten Besucher.
